Im modernen E-Commerce entscheiden oft nicht mehr Preis oder Sortiment allein über den Erfolg eines Produkts. Kundinnen und Kunden erwarten heute vollständige Informationen, hochwertige Medien, klare Vorteile und konsistente Inhalte über alle Kanäle hinweg.

Ein Produkt wird nicht mehr nur gekauft – es wird erlebt, verglichen, bewertet und kontextualisiert. Genau an dieser Stelle taucht immer häufiger ein Begriff auf: Product Experience Management (PXM).

Doch während viele Unternehmen bereits über PXM sprechen, fehlt häufig noch die Grundlage dafür. Denn bevor ein überzeugendes Produkterlebnis entstehen kann, braucht es etwas deutlich weniger Glamouröses:

saubere, strukturierte und zentral verwaltete Produktdaten.

Produktdaten: Das unterschätzte Fundament im E-Commerce

Produktdaten werden in vielen Organisationen noch immer als notwendige Pflicht betrachtet – nicht als strategischer Erfolgsfaktor. Dabei hängen im digitalen Handel nahezu alle Prozesse direkt oder indirekt von der Qualität der Produktinformationen ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Produktbeschreibungen und Marketingtexte

  • technische Attribute und Spezifikationen

  • Varianteninformationen

  • Produktbilder, Videos und Dokumente

  • Kategoriezuordnungen

  • Übersetzungen für internationale Märkte

  • kanal- oder marktplatzspezifische Informationen

In der Praxis sind diese Informationen jedoch häufig über verschiedene Systeme verteilt: ERP, Excel-Listen, Bilddatenbanken, Marketingtools oder direkt im Shop-System. Das führt zu typischen Problemen, die viele Unternehmen kennen:

  • Produktinformationen sind inkonsistent oder widersprüchlich

  • Daten fehlen in bestimmten Kanälen

  • neue Produkte brauchen zu lange bis zur Veröffentlichung

  • Teams arbeiten mit unterschiedlichen Datenständen

  • die Pflege kostet unverhältnismäßig viel Zeit

Die Folge: Selbst gute Produkte wirken online schlechter, als sie eigentlich sind. Wer einmal versucht hat, ein Sortiment von mehreren tausend Artikeln gleichzeitig auf Shop, Marktplätze, Printkataloge und internationale Websites auszuspielen, merkt schnell: Ohne eine zentrale Datenstruktur wird das schnell zum organisatorischen Albtraum.

PIM und DAM: Die Grundlage für strukturierte Produktinformationen

Um genau diese Probleme zu lösen, setzen viele Unternehmen auf spezialisierte Systeme zur Verwaltung ihrer Produktinformationen. Die beiden wichtigsten Bausteine sind dabei PIM und DAM.

Product Information Management (PIM)

Ein PIM-System dient als zentrale Plattform zur Verwaltung aller produktbezogenen Informationen. Das Ziel: Produktdaten werden einmal strukturiert gepflegt und anschließend in alle relevanten Kanäle ausgespielt.

Typische Funktionen eines PIM sind:

  • zentrale Verwaltung von Produktdaten

  • flexible Datenmodelle mit Attributen und Kategorien

  • kollaborative Datenanreicherung durch verschiedene Teams

  • Übersetzungs- und Lokalisierungsprozesse

  • Qualitätsregeln für vollständige Datensätze

  • Distribution in Shops, Marktplätze oder andere Systeme

Ein gutes PIM sorgt dafür, dass Produktinformationen nicht mehr in Silos entstehen, sondern zentral orchestriert werden.

Digital Asset Management (DAM)

Während ein PIM strukturierte Informationen verwaltet, kümmert sich ein DAM-System um die dazugehörigen Medienassets. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Produktbilder

  • Videos

  • Bedienungsanleitungen

  • Marketingmaterialien

  • 3D-Modelle oder Renderings

Gerade im E-Commerce spielen diese Medien eine enorme Rolle. Studien zeigen immer wieder, dass hochwertige visuelle Inhalte einen direkten Einfluss auf Conversion Rates haben. Deshalb ist es entscheidend, dass Medien nicht irgendwo auf Netzlaufwerken liegen, sondern strukturiert, versioniert und auffindbar organisiert sind.

Der Unterschied zwischen PIM und PXM

Spätestens an dieser Stelle taucht häufig die nächste Abkürzung auf: PXM.

Viele denken dabei zunächst an ein neues System oder eine weitere Softwarekategorie. Tatsächlich beschreibt Product Experience Management jedoch eher einen strategischen Ansatz als ein einzelnes Tool. Während ein PIM vor allem die Organisation und Verwaltung von Produktdaten übernimmt, beschäftigt sich PXM mit der Frage:

Wie müssen Produktinformationen aufbereitet sein, damit sie für Kundinnen und Kunden ein überzeugendes Produkterlebnis schaffen?

Das umfasst beispielsweise:

  • kanaloptimierte Produktinformationen

  • kontextspezifische Inhalte

  • Storytelling rund um Produkte

  • konsistente Produktdarstellungen über alle Touchpoints

  • personalisierte Inhalte je nach Zielgruppe oder Markt

Oder etwas vereinfacht gesagt:

PIM organisiert Produktdaten.

PXM macht daraus Produkterlebnisse.

Das eine funktioniert ohne das andere allerdings nur begrenzt.

Wie PXM in der Praxis aussieht

Product Experience Management ist kein theoretisches Konzept. In vielen erfolgreichen E-Commerce-Strategien ist es längst Realität – oft ohne dass es bewusst so genannt wird.

Ein paar typische Beispiele aus der Praxis:

1. Kanaloptimierte Produktinformationen

Ein Produkt benötigt je nach Vertriebskanal unterschiedliche Inhalte.

Der Online-Shop benötigt beispielsweise:

  • ausführliche Beschreibungen

  • emotionale Produktbilder

  • inspirierende Inhalte

Ein Marktplatz hingegen verlangt häufig:

  • strukturierte Bulletpoints

  • standardisierte Attribute

  • streng definierte Datenformate

Ein PXM-Ansatz sorgt dafür, dass die richtigen Informationen im richtigen Kontext ausgespielt werden, ohne dass Daten mehrfach gepflegt werden müssen.

2. Konsistente Produkterlebnisse über alle Touchpoints

Kundinnen und Kunden bewegen sich heute selbstverständlich zwischen verschiedenen Kanälen:

  • Online-Shop

  • Marktplätze

  • Social Media

  • mobile Apps

  • stationärer Handel

Ein klassisches Problem vieler Unternehmen: Die Produktinformationen unterscheiden sich je nach Kanal. Mal fehlt eine Variante, mal ist die Beschreibung kürzer, mal stimmen technische Daten nicht überein. Für Kundinnen und Kunden wirkt das schnell unprofessionell. Ein funktionierendes PXM stellt sicher, dass Produktinformationen über alle Touchpoints hinweg konsistent und aktuell bleiben.

3. Rich Content und Produktstorytelling

Moderne Produktseiten bestehen längst nicht mehr nur aus einem Bild und einer Beschreibung. Heute spielen häufig auch eine Rolle:

  • Anwendungsvideos

  • Produktvergleiche

  • Inspirationsbilder

  • interaktive Inhalte

  • erklärende Grafiken oder Use Cases

Solche Inhalte lassen sich jedoch nur effizient verwalten, wenn Produktdaten, Medien und Content strukturiert miteinander verknüpft sind. Genau hier zeigt sich, wie wichtig eine saubere Datenbasis ist.

Welche Rolle spielen Akeneo und Pimcore dabei?

Um diese Grundlagen zu schaffen, setzen viele Unternehmen auf Plattformen wie Akeneo oder Pimcore. Beide Systeme verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze – können aber eine wichtige Rolle im PXM-Kontext spielen.

Akeneo

Akeneo ist eine spezialisierte PIM-Plattform, die sich stark auf das Thema Produktdatenqualität und effiziente Datenanreicherung konzentriert. Unternehmen nutzen Akeneo unter anderem, um:

  • Produktdaten zentral zu verwalten

  • Datenqualität messbar zu verbessern

  • Datenanreicherungsprozesse zu strukturieren

  • Produkte schneller in neue Vertriebskanäle auszuspielen

Gerade für Unternehmen mit großen Sortimenten oder vielen Vertriebskanälen ist ein starkes PIM oft der erste und wichtigste Schritt in Richtung PXM.

Pimcore

Pimcore verfolgt einen etwas breiteren Ansatz und kombiniert mehrere Disziplinen innerhalb einer Plattform, darunter:

  • PIM

  • DAM

  • Master Data Management

  • Content Management

Dadurch eignet sich Pimcore besonders gut für Unternehmen, die Produktdaten, Medien und Content enger miteinander verzahnen möchten. Gerade im Zusammenspiel mit komplexeren Digitalplattformen kann Pimcore helfen, Produktinformationen nicht nur zu verwalten, sondern stärker in digitale Erlebnisse zu integrieren.

Fazit: PXM beginnt nicht im Marketing – sondern bei den Produktdaten

Product Experience Management wird häufig mit Themen wie Content, Design oder Storytelling verbunden. Diese Aspekte sind wichtig – aber sie sind nicht der Anfang. Der Anfang sind strukturierte, vollständige und verlässliche Produktdaten. Ohne diese Grundlage entstehen schnell Probleme:

  • inkonsistente Informationen

  • manuelle Pflegeprozesse

  • langsame Time-to-Market

  • schlechte Produkterlebnisse

Erst wenn Produktdaten sauber organisiert sind, können Unternehmen ihr volles Potenzial entfalten:

  • konsistente Informationen über alle Kanäle

  • effizientere Content-Prozesse

  • schnellere Expansion in neue Märkte

  • überzeugendere Produkterlebnisse

Oder etwas provokanter formuliert:

PXM ist kein neues Tool – sondern die Konsequenz aus gutem Produktdatenmanagement.